Viele Käufer und Investoren gehen mit einer einzigen Frage im Kopf in eine Besichtigung. Ist der geforderte Preis fair. Das ist bereits zu spät. Zu diesem Zeitpunkt sind Zeit, Aufmerksamkeit und Emotion schon investiert. Besser ist es, einen Fair-Price-Check durchzuführen, bevor Sie überhaupt zur Besichtigung fahren.
Es gibt keine einzelne magische Zahl, die Ihnen sagt, dass eine Wohnung oder ein Haus richtig bepreist ist. Fair Price ist eine fundierte Schätzung, die auf drei Ebenen beruht:
- vergleichbare Angebote in der Umgebung
- Qualität und Eigenschaften der Immobilie
- die Strategie des Käufers
Diese dritte Ebene wird oft übersehen. Ein Preis, der für die Eigennutzung akzeptabel ist, kann für einen Investor, der eine tragfähige Rendite braucht, trotzdem schwach sein.
Schritt 1, vergleichen Sie nicht nur mit einem Portal
Wenn Sie nur ein Portal öffnen, sehen Sie nur einen Ausschnitt des Marktes. Das erzeugt einen verzerrten Anker. Ein gesünderer Vergleich nutzt mehrere Quellen und einen breiteren lokalen Blick, nicht zwei Angebote aus derselben Straße.
Genau das ist die Logik hinter Immobilienmarkt. Zuerst die Daten aggregieren. Dann normalisieren. Erst danach den Fair Price schätzen.
Schritt 2, nutzen Sie den Preis pro Quadratmeter als ersten Filter
Der Gesamtpreis ist wichtig, aber der Preis pro Quadratmeter ist oft der bessere erste Vergleichspunkt. Er zeigt schnell, ob ein Angebot weit außerhalb der üblichen Spanne für die Gegend liegt.
Natürlich reicht der Preis pro Quadratmeter allein nicht aus. Er muss zusammen mit weiteren Faktoren gelesen werden:
- Zustand der Immobilie
- Stockwerk
- Aufzug
- Balkon oder Terrasse
- Parkplatz
- genaue Mikrolage
Als erster Filter ist er dennoch äußerst nützlich.
Schritt 3, achten Sie auf die Preisspanne, nicht nur auf den Durchschnitt
Der Durchschnittspreis kann in die Irre führen. Eine einzige Lage kann Neubauten, ältere Plattenbauwohnungen und sanierte Investmentwohnungen enthalten. Wenn Sie nur auf den Durchschnitt schauen, kann ein teures Angebot noch normal wirken.
Ein gesünderer Blick nutzt:
- den Median
- die Preisspanne
- das Band, in dem die meisten vergleichbaren Angebote liegen
So lässt sich leichter erkennen, ob ein Angebot leicht über dem Markt liegt oder ein echter Ausreißer ist.
Schritt 4, verbinden Sie Fair Price mit Rendite
Bei einer Anlageimmobilie darf der Fair Price nicht bei vergleichbaren Angeboten stehen bleiben. Er muss auch den Mieterwartungen, den Kosten und dem Cashflow standhalten.
Eine Wohnung kann im Vergleich zu ähnlichen Angeboten marktgerecht wirken und trotzdem scheitern, sobald Miete, Verwaltung, Rücklage und Finanzierung einbezogen werden. Deshalb müssen Fair Price und Rendite zusammen gelesen werden.
Schritt 5, entscheiden Sie noch vor der Besichtigung
Das Ziel eines Fair-Price-Checks ist keine perfekte Gewissheit. Das Ziel ist, sagen zu können:
- das ist interessant, ich sehe es mir weiter an
- das ist grenzwertig, ich mache nur mit einem starken Grund weiter
- das liegt außerhalb des Marktes, dafür sollte ich keine Zeit aufwenden
Diese Disziplin spart Investoren und Buyer Agents die meiste Zeit.
Wann Sie ein Werkzeug statt einer Tabelle brauchen
Für eine einzelne Wohnung mag ein manueller Vergleich noch funktionieren. Sobald Sie regelmäßig Shortlists erstellen, reichen Tabellen nicht mehr aus.
Sie brauchen:
- mehrere Datenquellen
- ein einheitliches Vergleichsmodell
- Karten- und Lagekontext
- Renditekennzahlen
Genau das ist der Moment, in dem sich ein Property-Intelligence-Produkt auszahlt.
Schlussgedanke
Fair-Price-Checks sollten vor der Besichtigung stattfinden, nicht danach. Es geht nicht um ein perfektes Modell. Es geht darum, schwache Angebote schnell auszusortieren und Ihre Zeit für die Gelegenheiten zu behalten, die den nächsten Schritt verdienen.
Wenn Sie sehen möchten, wie das mit aggregierten Daten und kartenbasierter Analytik funktioniert, werfen Sie einen Blick auf Immobilienmarkt.